Die Wertermittlungsverordnung ist nicht nur von Gutachterausschüssen anwendbar

Dieses Urteil wurde von der Fachwelt aufgeregt diskutiert, enthält aber im Grunde nichts neues. Daß die Wertermittlungsverordnung (WertV88) nicht nur von Gutachterausschüssen anzuwenden ist wurde bereits Jahre zuvor entschieden. Eindrucksvoll zeigt dieses Urteil jedoch den Dilettantismus einiger Gutachter in Deutschland. Die hier hinzugezogene Sachverständige wußte nicht einmal, daß Markt- und Verkehrswert dasselbe sind. Ebenfalls wird deutlich wie fatal stark unterschiedliche Ergebnisse aus dem Ertrags- und Sachwertverfahren sind und daß bei hier sehr großen Differenzen immer von Verfahrensfehlern, bzw. falschen Wertansätzen, auszugehen ist.

In der amtlichen Begründung zu § 7 WertV88 ist zu lesen: "... Sind zur Ermittlung des Verkehrswertes mehrere Verfahren herangezogen worden und weichen die Ergebnisse voneinander ab, so ist der Gutachter gehalten, die Ergebnisse der angewandten Verfahren zu überprüfen ..."

ZPO § 286 B; WertV 1988

Die Wertermittlungsverordnung 1988 enthält allgemein anerkannte Grundsätze für die Ermittlung des Verkehrswerts von Grundstücken; ihre Anwendbarkeit ist nicht auf die Wertermittlung durch Gutachterausschüsse (§§ 192, 193 BauGB) beschränkt.

BGH, Urteil vom 12. Januar 2001 - V ZR 420/99 - OLG Naumburg, LG Stendal

 

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